Pornosucht: Wann bin ich süchtig und wie gefährlich ist es?

Pornosucht ist womöglich einer der größten Gefahren und Suchten die noch niemand ernst nimmt, neben Social Media- und Zuckersucht. Alles drei klingt eigentlich harmlos weil es inzwischen zu unserem Leben gehört. Oder wer will sich schon ein Leben ohne Zucker, Facebook und Pornhub vorstellen? Für dich ist das sicherlich auch ein Horrorszenario und du kannst dir kaum vorstellen in so einer Welt glücklich zu werden.

Aber Fakt ist auch: Internetpornos verändern unser Gehirn und das nicht zum Guten. Das Gehirn zeigt ähnliche Wirkungen wie mit Alkohol oder Heroin. Es reagiert äußerst stark darauf und ändert sich derart, dass wir immer mehr davon benötigen. Du wirst dich vielleicht noch an deinen ersten wirklichen Porno erinnern und was er in dir ausgelöst hat. Alles war so neu, so aufregend und vor allem erregend. Und jetzt vergleiche es einmal mit deinem letzten Besuch einer Pornoseite von vor paar Minuten, Stunden oder Tagen. Allzu lange wird es wohl nicht her gewesen sein.

Das Problem der Forschung ist heute eine Kontrollgruppe zu finden, also Leute die tatsächlich keine Internetpornos schauen. Denn sie gibt es kaum noch und sie gehören zu einer fast ausgestorbenen Spezies. Deswegen sind Forschungen auch nicht einfach und was man bisher gemacht hat ist sich das Gehirn näher anzusehen. Was passiert während man Pornos anschaut? Welche Zentren werden wann aktiviert? Was ist wenn jemand übermäßig häufig Pornoseiten besucht? Und ganz wichtig: Wie sieht der Vergleich mit anderen Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder noch härteren Drogen wie Heroin aus. Die schlechte Nachricht ist, dass die Unterschiede nur gering sind.

Was nämlich in deinem Gehirn passiert ist, dass ein Hormon namens Dopamin ausgeschüttet wird. Es ist dafür verantwortlich dich zu belohnen. Du machst also eine Tätigkeit weil du durch Dopamin belohnt wirst. Und ein Beispiel ist sich zu vermehren. Dafür sind wir schließlich gebaut. Der Mensch soll sich möglichst reproduzieren und seine Gene weitergeben. Mit Dopamin lässt er sich dazu bewegen einen geeigneten Partner zu finden und Sex zu haben. Ziemlich einfach. So funktionieren alle Säugetiere.

Nur bei Internetpornos vermehren wir uns eigentlich gar nicht. Wir tricksen unser Gehirn nur aus. Es meint, dass wir das tun obwohl es gar nicht der Fall ist. Das heißt es wird Dopamin ausgeschüttet, du wirst also für dein Verhalten belohnt und es fühlt sich gut an. Du merkst dir das und machst es wieder. Immer und immer wieder.

Und wenn du das machst wird das für dein Gehirn nicht ohne Folgen bleiben. Du verlierst dabei immer mehr Dopamin Rezeptoren, was folgendes heißt: Du musst in Zukunft mehr Dopamin ausschütten um die gleiche Wirkung zu entfalten. Du brauchst es also immer öfter oder in höheren Dosen die du dir zum Beispiel holst indem du neue Arten von Pornos anschaust – irgendetwas das du noch nicht kennst. Nicht umsonst gibt es die absurdesten Perversitäten im Internet. Nicht weil es natürlich ist auf Pfurzpornos oder Manga zu stehen, sondern weil es neu ist und eine Möglichkeit darstellt wieder mehr Dopamin auszuschütten.

Die Folgen sind nicht nur dass du nach immer mehr und härteren Pornos suchst, sondern auch dass dein präfrontaler Cortex geschwächt wird. Du kannst dich schlechter konzentrieren, bist nicht mehr fokussiert, schiebst Aufgaben vor dich her, usw. Deine allgemeine Leistungsfähigkeit nimmt also ab. Du fühlst dich lustlos was vor allem daran liegt, dass deine Dopaminrezeptoren geschwächt sind und du zeigst Anzeichen von Depression. Außerdem wird es immer schwerer einen hoch zu kriegen mit einem richtigen, lebendigen Partner. Kurz gesagt: du kannst ein ziemliches Wrack werden.

Raus aus der Pornosucht

Um das zu verhindern bleibt dir nichts anderes übrig als dein Verhalten zu normalisieren. Du wirst nicht von heute auf morgen von Pornos loskommen und sofort wieder voll leistungsfähig sein – sowohl im Leben als auch beim Sex mit einem richtigen Menschen – das muss dir von vornherein klar sein. Aber wenn du jetzt nicht handelst wird sich dein Gehirn schon so stark verändert haben dass es irgendwann nur noch sehr schwer ist die negativen Auswirkungen umzukehren. Das ist vor allem dann der Fall wenn du schon sehr früh mit Pornos angefangen hast, denn gerade unter 20 ist dein Gehirn noch sehr plastisch und leicht veränderbar. Die Auswirkungen sind dann umso gravierender. Ältere Kollegen in den 50er oder 60er sind nicht mit Highspeed Internet groß geworden. Sie haben erst irgendwann mit 40 oder auch 50 angefangen Internetpornos regelmäßig zu schauen. Bei ihnen kann man wesentlich schneller wieder den alten Zustand herstellen.

Um jetzt wirklich gesund von Internetpornos loszukommen musst du dein Verhalten schrittweise ändern. Schaue dir dazu hier unseren Leitfaden an.