Rückschläge sind OK

Eines der wichtigsten Dinge die du begreifen musst wenn du von Pornos loskommen möchtest ist dass es kein Kampf gegen dich selbst ist. Viele betrachten es aber als einen solchen. Sie nehmen sich z.B. vor komplett zu fasten und gar keine Pornos mehr zu schauen. Sie halten 5 Tage durch und werden dann schwach. Sie fühlen sich dann schlecht und als Versager. Klar, das Ziel hast du damit nicht erreicht und es ist nichts worauf man stolz sein sollte. Aber diese Vorwürfe gegen sich selbst sind nicht zielführend. Wenn du in einer solchen Situation bist solltest du dir folgendes vor Augen führen:

  • Du hast dich damit immerhin schon gesteigert (5 Tage keine Pornos zu schauen ist eine Steigerung wenn man täglich geschaut hat)
  • Diese Rückschläge sind normal und gehören zum Prozess

Betrachte das Ganze als einen Prozess, so fällt es dir auch leichter mit Rückschlägen umzugehen und sie einzuberechnen. Es wird in jedem Fall ein Auf und Ab werden und keine Einbahnstraße wie man sich das vorstellt. Dein Ziel sollte es langfristig sein von Pornos loszukommen und sie gar nicht mehr zu benötigen – dann kannst du dich als “unabhängig” bezeichnen. Um das zu erreichen musst du einen Prozess durchleben. Dein Gehirn lässt sich nicht von heute auf morgen umpolen. Das wird langsam geschehen. Nur weil du dich heute entscheidest keine Pornos mehr zu schauen sind die Schalter in deinem Gehirn nicht auf einen Schlag wieder in Ordnung. Wenn du sehr früh in der Jugend mit Pornos angefangen hast wird es sogar noch viel länger dauern.

Also das wichtigste ist erst einmal das Ganze als Prozess zu verstehen und dazu gehört ein Auf und Ab. Wenn du Rückschläge zu verzeichnen hast solltest du sie als OK betrachten. Nicht im Sinne von “Rückschläge sind gut, ich gönn mir mal wieder einen” sondern die Tatsache einfach akzeptieren und sich deswegen nicht schlecht zu fühlen. Statt dich mit Schuldgefühlen zu überhäufen gehst du kurz in dich hinein und hinterfragst warum du rückfällig geworden bist. Was war der Auslöser? Hast du eine alte Gewohnheit “getriggert”? Was kannst du in Zukunft machen um das zu verhindern? Das ist wesentlich zielführender als in Selbstmitleid zu versinken und sich deswegen schlecht zu fühlen.

Mach daraus am besten eine Gewohnheit: Bereite dich auf den Fall vor dass du einmal (oder das nächste mal) rückfällig wirst. Überlege dir ein Verhaltensmuster dem du in diesem Fall folgen wirst. Bei mir war das eine kalte Dusche und 10 Minuten Meditation. Während der Meditation habe ich darüber nachgedacht warum es “passiert” ist und was ich dabei gefühlt habe. Meistens kam ich zu dem Ergebnis dass ich einfach auf alte Verhaltensmuster zurück gegriffen habe und dann nicht stark genug war zu widerstehen. Zum Beispiel kommst du vom Sport nach Hause, gehst duschen und möchtest dann etwas auf der Couch chillen. Das ist ein beliebter Trigger sich vor oder nach der Dusche noch Pornos reinzuziehen um dann den Tag ausklingen zu lassen und zu entspannen. Wenn du diesen Ablauf aber nicht ändern kannst (weil du nach wie vor Sport machst und auch noch duschen solltest) musst du stark genug sein dich eben nicht noch kurz an den PC zu sitzen. Dem musst du auf den Grund gehen und ich habe mir das o.g. Verhaltensmuster eingeprägt um das zu tun. Deines kann natürlich anders aussehen aber du solltest auf alle Fälle hinterfragen weswegen du rückfällig geworden bist.

In erster Linie musst du es aber akzeptieren. Akzeptiere, dass du menschlich bist und auch Rückschläge einstecken musst. Dann kannst du das beste daraus lernen und das gehört unweigerlich zu deinem Prozess hinzu.