Trigger und Verhaltensmuster

Man möchte meinen dass man vor allem dann abhängig nach Masturbation bzw. Pornos wird wenn man wenig bis gar keinen Sex hat. Aber das ist nicht richtig und sogar das Gegenteil kann der Fall sein. Selbst guter Sex mit der Partnerin kann die Tendenz zu einer Affäre fördern. Man sollte sich also von der einfachen Formel verabschieden dass (guter und häufiger) Sex jemanden davon abhält zu betrügen oder sich Pornos anzuschauen. Wenn man natürlich eine Nymphomanin als Partner hat die einen regelrecht “aussaugt” wird es schwer sich noch zusätzlich Pornos anzutun. Aber das sind wirklich Ausnahmefälle.

Der Punkt ist der, dass wir ein Verhaltensmuster haben das auf sogenannten Triggern beruht. Ein Trigger ist sozusagen ein Auslöser dafür. Wenn eine Katze hört wie man einen Beutel Katzenfutter öffnet ist dieses Geräusch der Trigger schnell herzukommen und zu fressen. Wir Menschen funktionieren gar nicht so anders. Bei Pornos ist es so dass wir uns über Jahre selbst diese Trigger auferlegt haben und diese uns ständig dazu auffordern Pornos zu schauen. Deswegen ist es auch so schwierig sich von alleine zu entziehen. Stell dir vor das Frauchen macht der Katze alle paar Minuten eine Futterdose auf aber es gibt dann nichts zu fressen. Ähnlich ist es wie mit unseren Triggern.

Die Trigger können ganz unterschiedlich und für Außenstehende teilweise absolut grotesk sein:

  • Du stößt gerade auf ein Bild deiner Ex und erinnerst dich an diverse Szenen aus eurer Vergangenheit
  • Irgendein Gegenstand erinnert dich an ein Merkmal das für dich attraktiv erscheint (wie große Brüste)
  • Du liest einen Text mit einem bestimmten Wort das dich an deine sexuelle Vergangenheit erinnert
  • Du wachst gerade auf und kannst dich nicht aufraffen. In der Regel hast du dann erst einmal…
  • Du hattest gestern Nacht geilen Sex der dir nicht aus dem Kopf geht

Und so weiter. Du musst dich darin nicht wiederfinden, es sind lediglich Beispiele. Und wie du siehst tauchen hier auch absolut reale Fälle auf wie lange zurück liegender Sex mit der Ex oder kürzlicher Sex mit aktuellem Partner. Es sind aber auch sehr einfache Verhaltensmuster mit dabei wie Pornos vorm Aufstehen was für viele schon zum Ritual geworden ist. Andere brauchen ihren Morgenkaffee um auf Touren zu kommen und andere ziehen sich kurz einen Porno rein.

Die Trigger sind dabei sehr einfach: Aufwachen, keine Motivation aufzustehen, was mache ich in so einem Fall normalerweise? -> Porno. Durch den erfolgreichen Abschluss wird Dopamin ausgeschüttet, ein Hormon das uns motivieren kann – in diesem Fall aufzustehen. In diesem Kontext macht es sogar Sinn. Das Problem ist aber dass dieses Verhalten süchtig macht, nämlich Dopamin auf diese Weise auszuschütten und sich zu motivieren (siehe hier).

Hier könnte man sogar sagen dass Pornos nützlich sind weil sie uns helfen munter zu werden. Ähnlich wie ein Espresso oder Red Bull. Es gibt aber auch Trigger die wirklich keinen Nutzen mit sich bringen. Das sind Fälle wenn eine Dopaminausschüttung überhaupt nicht zweckmäßig ist und man eigentlich auch gar keine Lust darauf hat. Nur in den seltensten Fällen haben wir tatsächlich Lust auf Pornos. Es sind vor allem diese Trigger die unser Verhalten so steuern – unabhängig davon ob wir tatsächlich Lust darauf haben. Und vor allem unabhängig davon wie lange wir bereits nicht mehr haben. Deswegen kann guter Sex die letzte Nacht ebenfalls ein Trigger sein obwohl wir eigentlich noch befriedigt sein müssten.

Du wirst deine Pornosucht also nicht dadurch bekämpfen können indem du einfach guten Sex hast. Du musst tatsächlich an deinen Triggern arbeiten und das bedeutet deine Verhaltensweisen zu analysieren und entsprechend zu ändern. Wie du das machst kannst du hier nachlesen.