Warum einfach aufhören keine Lösung ist

Die meisten die sich dazu bekennen zu viel Pornos zu schauen suchen zunächst einmal nach einfachen Antworten. Wie kann ich schnell und einfach damit aufhören? Gibt es da nicht irgendeinen Knopf den man drücken kann? Oder vielleicht eine Pille? Das Leben ist nicht so einfach – erst recht nicht wenn es um Süchte geht. Sich vorzunehmen von heute auf morgen aufzuhören scheitert in den allermeisten Fällen. Selbst wenn man es schaffen sollte ersetzt man die Sucht (in diesem Fall Pornos) mit etwas anderem wie Computerspiele, Twitter, Youtube, Alkohol, Nikotin, oder was auch immer.

Man muss sich eines merken: Pornos veranlassen unser Gehirn dazu eine Menge Dopamin auszuschütten und das fühlt sich erst einmal gut an. Wenn wir diese Quelle von heute auf morgen wegnehmen suchen wir nach einer Alternative. Und davon gibt es nun wirklich genug in der heutigen Zeit.

Der zweite Punkt ist, dass es nicht so einfach ist damit aufzuhören. Praktisch alle Pornosüchtige sind schon so konditioniert dass es eine Gewohnheit ist, es gehört zum Alltag dazu.  Das, was für andere eine Zigarette, ein Feierabendbier, der Käsekuchen, eine Runde Roulette, das Daddeln in sozialen Medien ist. Nimm das jemandem von heute auf morgen weg und er wird nicht wirklich erfreut sein.

Wie in unserem Leitfaden dargestellt geht es in erster Linie darum sich seiner Sucht bewusst zu werden. Alleine damit schaffst du eine unterbewusste Motivation den Konsum einzuschränken, denn im Grunde weißt du dass es zu viel ist. Du zwingst dich aber noch nicht dazu den Konsum komplett einzustellen.

Die Frage ist was passiert wenn du es machen würdest.

Angenommen du fühlst dich stark und diszipliniert genug es durchzuziehen. Du meinst niemand kann dich von der Mission abhalten. Aber was sich dennoch nicht vermeiden lässt – und dabei ist erst einmal egal wie diszipliniert du bist – ist der Dopaminentzug. Du hast durch den Pornokonsum sehr viele Dopaminrezeptoren aufgebaut die täglich nach mehr schreien. Du kannst sie dir wie kleine Vielfraße vorstellen die nicht genug bekommen. Nimmst du ihnen plötzlich die Nahrung weg sind sie immer noch da und haben genauso viel Hunger wie vorher. Das Ergebnis sind dann Entzugserscheinungen und ist im Grunde nichts anderes als wenn du deinem Gehirn etwas wegnimmst was es gewohnt ist zu bekommen. Also ungefähr so als würde man dir Schlaf oder Essen entziehen. Du fühlst dich alles andere als gut. Dein Gehirn konzentriert sich dann nur darauf diesen Entzug zu überwinden. Wenn du schon einmal am Fasten warst wirst du wissen was das bedeutet. Deine Gedanken drehen sich nur ums Essen.

Jetzt kannst du natürlich sagen, dass du da einfach durch musst. Und ja, das ist natürlich eine Möglichkeit und du wirst Dopaminrezeptoren wieder abbauen können sofern du Pornos nicht mit anderen Dopaminausschüttungen ersetzt. Aber Rezeptoren die du über Jahre aufgebaut hast wirst du nicht von heute auf morgen los. Beim Fasten ist das anders. Dort gibt es Hungerhormone die dir sagen dass du essen sollst. Aber ab einem gewissen Punkt geben diese Hormone auf und dein Körper geht in den Fettstoffwechsel über. Und da du genug Fett im Körper hast sagen dir deine Hormone irgendwann: “Alles gut, du musst nichts essen. Wir haben genug Energie auf der Hüfte”. Dann bist du an einem Punkt an dem sich Fasten gar nicht mehr schlimm anfühlt. Es ist sogar so dass du dich geistig teilweise viel klarer fühlst während du vorher ein ziemliches Wrack warst.

Bei Pornos geht es jedoch nicht so schnell. Es gibt nämlich kein Hormon das sagt “du hast genug Pornos in den letzten Jahren geschaut, kein Bedarf”. Es sind immer noch die Dopaminrezeptoren die nach mehr schreien.

Es gibt zwei Gründe warum Pornos schwer zu überwinden sind und warum es nicht einfach mit “Pornofasten” erledigt ist:

  1. Die Rezeptoren die du durch den vielen Pornokonsum aufgebaut hast wirst du nur langsam wieder abbauen können.
  2. Es gibt heutzutage extrem viele Verlockungen um sich Dopamin auf einen anderen Weg zu holen. Damit baust du deine Rezeptoren nicht ab obwohl du keine Pornos schaust. Beliebt sind soziale Medien, Gaming, Glücksspiel, Substanzen wie Zucker, Alkohol, Nikotin, Koffein, etc.

Beides muss dir klar sein und ist Grund genug warum du nicht den harten Weg gehen solltest auf einmal ganz auf Pornos zu verzichten. Schau dir daher am besten in Ruhe unseren Leitfaden an.